Bokeh Panorama oder Brenizer Methode

Heute möchte ich Euch zeigen wie ein Bokeh Panorama funktioniert. Diese Methode wird auch Brenizer Methode, nach dem Amerikanischen Hochzeitsfotografen Ryan Brenizer, genannt. Ein super sympathischer und talentierter Fotograf.

Also was ist genau dran an dieser Methode? Fotografiert man ein Objekt mit einem Weitwinkelobjektiv ist die Schärfentiefe relativ groß, selbst bei offener Blende. Also wie erhalte ich ein Panorama, bei dem die Schärfentiefe sehr klein ist und der Hintergrund Butterweich verschwindet? Easy as one, two, three sag ich da:

Zutaten:
1 lichtstarkes Objektiv mit eine Brennweite >85mm
1 Lightroom
1 Photoshop

Rezept:
Ich stelle meine Kamera auf manuellen Modus und suche mir eine passende Belichtung für mein Objekt aus. Wichtig dabei ist, dass die Blende soweit wie möglich auf ist, um den maximalen Effekt zu erzielen. Dann fokussiere ich mein Motiv uns schalte den Autofokus des Objektivs aus (oder ich lege den die Fokus Funktion auf die AF-ON Taste, siehe dazu meinen Blogpost). Das Motiv sollte den Rahmen des ersten Bildes soweit wie möglich ausfüllen. Danach fotografiere ich um das Motiv herum. Wichtig dabei ist, ca. 20% des Bildes überlappen zu lassen, damit Phototshop im Anschluss alle Bilder nahtlos ineinander fügen kann.

Sind alle Bilder im Kasten, beginnt die Nachbearbeitung. Dazu alle Bilder in Lightroom importieren und nach eigenem Geschmack bearbeiten. Wichtige und unablässige Funktion ist dabei die Korrektur des Objektivs mit dem die Tonnenform, sowie die Vignetierung aus den Bildern genommen wird. In Lightroom geht das sehr komfortabel mit der Funktion Objektivkorrektur. Ist das erste Bild fertig bearbeitet, muss dieses mit den restlichen Bilder synchronisiert werden.

Bildschirmfoto 2014-03-14 um 12.45.56

Danach werden die Bilder als jpg exportiert. Je nachdem aus wie vielen Bildern das Panorama besteht, kürze ich die Kantenlänge um nicht zu große Dateien verarbeiten zu müssen. Beim ersten Versuch empfehle ich Euch die Bilder auf 1.000 Pixel Kantenlänge zu verkleinern, damit Euer Rechner nicht zu lange am Panorama arbeiten muss. Nach dem Export werden die Bilder in Photoshop über die Funktion File>Automate>Photomerge importiert. Wählt dabei die Funktion „Auto“ aus. Die Haken für die Objektivkorrekturen müsst ihr nicht setzen, da dieser Vorgang bereits in Lightroom erledigt wurde. Nachdem ihr mit OK bestätigt habt, schnappt Euch einen Kaffee, denn das kann schon mal etwas dauern :-)

Bildschirmfoto 2014-03-14 um 12.55.34

Nach dem Import müsste ihr Euren Bildschnitt wählen. Danach besteht die Möglichkeit das Bild noch mal zu bearbeiten oder zu schärfen, oder es so zu lassen. In dem Screenshot sieht man gut, dass es etwas Übung bedarf, die Bilder richtig zu treffen und keinen Fleck auszulassen.

Bildschirmfoto 2014-03-14 um 13.00.02

In voller Auflösung hat dieses Bild eine Größe von 12.000 x 12.000 Pixel / 144 MP!!! Ich habe es mir auf 80x80cm Alu Dibont drucken lassen und bisher noch keinen Platz an der Wand gefunden…haaah!

Brenizer Method-1

Kommentare

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  • Hallo,

    eine gute und vor allem auf den Punkt gebrachte Zusammenfassung dieser Methode. Ich hadere immer etwas mit mir, ob ich das wirklich bei Hochzeiten machen soll oder ob es nicht am Ende zu zeitaufwendig ist. Letztlich dauert es natürlich gar nicht so lange und ich denke ich teste es bei der nächsten Hochzeit einfach einmal an.

    Allerdings habe ich gleich mal zwei Fragen:

    Zum einen würde mich interessieren, wie Deine Erfahrung bezüglich Bewegung des Brautpaares ist. Da dieses ja auf mehreren Bildern Bestandteil des Bildes ist, darf sich dieses ja nicht bewegen. Oder sehe ich das jetzt zu kritisch?

    Arbeitest Du bei diesen Bildern wirklich mit der maximalen Blendenöffnung, also 1.2 oder war der Maximalhinweis jetzt eher für Leser mit leistungsschwächeren Linsen gedacht?

    Liebe Grüße
    Stephan
    -
    http://www.hochzeitsfotograf-aachen.de

    • Hi Stephan,

      vielen Dank! Das erste Bild ist komplett mit dem Brautpaar ausgefüllt, das zweite Bild wäle ich so, dass der Schnitt nicht durch die Gesichter geht, dann hast Du keine Probleme mit verwackeln. Klar muss das Paar einigermaßen still halten, aber das geht i.O.
      Achja, die Blende sollte natürlich so weit wie möglich offen sein. Wenn Du mit 1.8, oder 2.8, arbeitest schwächt das den Effekt etwas. Ich denke aber das funktioniert auch sehr gut. Wichtig ist ein Objektiv mit einer Brennweite größer als 85mm, da PS sonst die Linien nicht mehr aneinander setzen kann.

      Cheers
      André